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Die unendliche Geschichte: Der Brunnen

Dass das mit dem Brunnen weniger ein künstlerisches als eher ein installationstechnisches Problem ist, habe ich j a schon angesprochen. Aber der Oberpfälzer weiß sich zu helfen:

Der Wasserverlust ist minimiert und auch der Wind macht nur noch selten Probleme. An der Ästhetik kann man ja noch feilen. Andererseits gibt das schlichte Industriedesign, das die Linien der Lyra bricht, dem Ganzen auch so eine Art rebellischen Charakter.  Wenn’s heiß ist, sitzen jetzt auf jeden Fall die Kinder aus der Nachbarschaft am Brunnenrand und lassen die Füße ins Wasser hängen. Was will man mehr.

Auch beim Abriss geht es voran, die Bodenplatte des Rübenkellers ist entfernt und unter der Bodenplatte ist natürlich allerlei aufgetaucht. Ein leichter Stoffschuh aus den 30ern, Reste von Fliesen eines Kachelofens in bordeauxrot, Reste von Bodenfliesen (Solnhofener Platten, also exakt das, was ich wieder reingebaut habe), ein halber Schubkarrenreifen, diverse Metallteile und vor allem die Steine, die sie in den 50ern am Küchenfenster rausgebrochen haben um das Fenster zu vergrößern. Das hier ist nur ein Bruchteil davon:

Und ein weiteres Rätsel hat sich gelöst: In der Küche haben wir ja sehr seltsame Balkenlöcher und eingemauerte Bögen auf Bodenniveau gefunden.  Und trotz dass wir fast einen halben Meter in die Tiefe gegangen sind, haben wir zwar dickere Mauern gefunden, aber sind nicht unters Fundament gekommen. Dazu kam noch, dass wir nicht bis zum Sandboden durchgekommen sind. Beim Ausheben des Brunnens und auch der Fernwärmeleitung kam der Sandboden sehr früh zum Vorschein – im alten Bereich des Hauses nicht.  Die Theorie war lange, dass das Haus im Mittelalter eine Art Turnhaus war, wie man sie früher gebaut hat um einzelne Landgüter zu verteidigen. „Burg“ wäre da zu viel gesagt – aber im Vergleich zu den Holzhütten der Bauern waren diese Turmhäuser durchaus gegen ein paar herumziehende Strauchdiebe zu halten. Und siehe da, da stelle ich heute fest, dass es in Rocksdorf mal eine Burg gab – deren Überreste man nie gefunden hat. Na – im Bild oben sieht man die Überrreste….

Tabula rasa

Es hat jetzt doch länger gedauert, als gedacht. Kommt vor. Zum Beispiel dieser Sturz über der großen Öffnung. Das ist ein mit fünf soliden Armiereisen stabilisierter Betonklotz. Hat einen ziemlichen Rumms getan, als der runterkam – aber dem Betonklotz ist nichts passiert. Selbst mit dem Abbruchhammer steht man dann eine Stunde dran, um das Teil in Containergerechte Stücke zu zerlegen.

Ach ja, wer sich wundert, warum ich mir das antue und den Schuppen abreiße:

Das hier ist keine moderne Kunst, sondern einer der Deckenbalken. Sahen nicht alle so aus, aber halt doch ein paar zu viel.

Und hier waren dann beide Türstürze entfernt und zerkleinert

Die Wand links habe ich übrigens nur mit einem Stemmeisen eingeworfen. Stabil geht anders. In den Höhlungen der Steine waren Spinnennetze mit richtig großen Spinnen drin – und jede Menge Hundertfüßer – und Ameisennester. Spricht nicht wirklich dafür, dass die Mauer noch sehr stabil war.

Und weg. Freie Sicht zum Schuppen.

Hier sieht man noch die Balkenlöcher, in denen die Dackenbalken gelagert waren. Müssen noch abgedichtet und zugeputzt werden – und zwar so, dass sich da nicht wieder Ungeziefer drin einnistet.  Für den weißen Verputz habe ich noch keine Lösung. Der geht nämlich vom alten Plastik-Verputz nicht mehr vernünftig ab. Zwei Alternativen: Lassen und streichen – und warten bis er von selber abfällt – oder mitsamt dem Plasteputz runtermachen.  Ich bin noch unschlüssig….

Na, bis dahin lasse ich mir noch eine Lösung für meine Gartentür einfallen….

Es werde Licht…

Und weg ist das Dach – und auch ein ganzes Eck der Mauer. Und auf einmal gibt’s in Rocksdorf ein Eck, wo man vormittags in der Sonne frühstücken könnte – wenn das Ambiente netter wäre. Kommt aber noch.  Vorläufig wird noch Schutt abtransportiert. Die fetten Trümmer, die da im Weg liegen, sind übrigens Fensterstürze – und die machen richtig Radau, wenn sie von oben runterkrachen. Meine Hoffnung, dass sie gleich richtige Löcher in den Boden machen, haben sich übrigens nicht erfüllt. Auch wenn der Boden einem engagierten Angriff mit dem Abbruchhammer nichts entgegensetzt – so schnell ist da kein Loch drin.

Ach ja – der Goldschatz fällt aus. Es handelte sich bei dem komischen Geräusch um einen Betonkragen um die Grundmauer, der anscheinend das Wasser von der Wand wegleiten sollte. Nicht sonderlich effektiv, wenn er zehn Zentimeter unter Erde liegt, aber war sicher mal sinnvoll.

Und hier noch die Überreeste:

Balken und Steine….

Das sagt sich so einfach „Da reiße ich den Schuppen weg….“

Das ist eine ziemliche Arbeit. Allein die Balken sind ziemliche Kawenzmänner. Alleine tragen geht nicht. Das ist das Format Eisenbahnschwelle – nur halt ein bisschen länger….  Morgen gehen wir zu zweit ran, da sollten wir die Wand dann kleinkriegen. Aber so stabil das Ganze auch wirkt, vor allem wenn man’s klein machen will: Einige der Balken waren von den vierbeinigen Bewohnern regelrecht angenagt, darunter dann noch Holzwurm und die Querlatten sind morsch, die Deckenlattung hatte es vollends hinter sich. Die Mauer ist mal wieder, vor allem oben, aus allem zusammengestückelt, was so rumlag. Also weg.

Heute habe ich neben der Mauer den Abbruchhammer in den Boden gesteckt und da klang es auf einmal hohl…. Wenn ich Pech habe, ist das Fundament nicht 50 breit, sondern noch breiter….. Oder es gibt da noch etwas, von dem ich nichts weiß….?

Und es hat BOOOOM gemacht…

Ich bin ja gerade dabei, meinen Schuppen abzureißen. vor ein paar Tagen sah der noch so aus:

Die Balken oben hatte ich ja schon an der Wand durchgesägt, aber das Dach hielt noch, woran auch immer.  Heute morgen beim Frühstück hat es dann „Boom“ gemacht. Am Land ist das für mich jetzt nicht so das Drama, da macht öfter mal irgendwas Krawall. Deswegen unterbricht man das Frühstück doch nicht. Der Nachbar war anderer Meinung und hat sich das Desaster gleich angekuckt:

Das Dach ist nach ein paar Tagen Regenwetter planmäßig runtergekracht.  Die Balken haben am unteren Ende noch gleich ein bisschen der Mauer zerlegt. So sah meine Graffitiwand vorher aus:

Das war schon nach der Enfernung des Eternit- Daches. Jetzt kuckt das so aus:

Na, jetzt geht’s ans Holzmachen und den Rest der Wand noch abreißen…. Auf jeden Fall habe ich jetzt ein paar 50 Jahre alte Balken rumliegen….. Soll ich mir ne Hollywoodschaukel bauen?

Blätterteig und Marderspielzeug

Nun ist es so weit – der Schuppen wird abgerissen. Zuerst kommt das Eternit-Dach runter.  Das hat gut 60 Jahre auf dem Buckel und unterscheidet sich von Blätterteig nur darin, dass  Blätterteig essbar ist.

Das da vorne sind die Überreste der Eternit-Platten. Viel Wasser ist wichtig, damit der Mist nicht staubt. Warum das Dach nicht schon längst davongebröselt ist? Es wurde durch den Dachbewuchs zusammengehalten:

Unter dem Dach haben sich nicht nur Ameisen wohl gefühlt, sondern auch Marder und andere Vierbeiner.

Es ist verblüffend, was Marder alles brauchen können. Suppenknochen sowieso, aber auch Wurstpellen, Kerzen, Fahrradschläuche, Fahrradlenkergriffe, bemalte Plastik-Ostereier gleich im halben Dutzend, Deodorantdeckel, Fensterleder, Hühnerköpfe, Maiskolben, Igelteile und Arbeitshandschuhe.

Entsorgung…

Im Laufe des Umbaus haben sich ziemliche Haufen an Altholz angesammelt:

Das ist nicht etwa alles, sondern nur etwa ein Drittel dessen, was entsorgt werden muss. Eigentlich ist das alles Altholz, teilweise von 1807 (Decke der alten guten Stube), teilweise vom Küchenboden (ca 1950) und teilweise vom Dachboden des Schweinestalls (1954) aber verseucht mit Nägeln. Also entweder tagelang entnageln und dann zum Verschüren  aufstapeln – oder Container bestellen.

Die Antwort: Container. Wer mal versucht hat, mit Altholz zu heizen, wird feststellen, dass das Zeug zwar brennt, aber nicht heizt.  Man kann damit eine Feuerschale im Garten beschicken – das war’s aber auch. Und dafür habe ich ausreichend Holz um in den nächsten Jahren bei jedem Kurs abends ein Feuerchen zu schüren.

So – weggeräumt. Das hier ist der alte Rübenkeller des Schweinestalls. Noch. Da das Dach erledigt ist (60 Jahre alte Eternit-Wellplatten) und der Bau alles andere als kulturell wertvoll ist – außer die Graffitis auf der Außenmauer – wird der Schuppen in den nächsten Wochen abgerissen.

Nebenbei wird noch am Studio herumgemacht – hier steht immerhin schon ein Mikroständer….

High- und Low Tec

Seit gestern steht meine alte Drehbank wieder. Es sind noch ein paar Schrauben festzuziehen und mir fehlt noch ein Adapter vom alten Drehstromstecker zum neuen Stecker, aber das ist nichts, was nicht zu lösen ist.

Das Gerümpel im Hintergrund wird auch noch weggeräumt und irgendwo ist sicher auch noch das Bohrfutter für das Gegenlager.  Und nein, ich werde sie nicht frisch streichen… Ein Fachmann hat sich den Dinosaurier mal angesehen und gesagt, sooo schlecht ist der gar nicht. Der Support erlaubt eine Genauigkeit, die die billigen, modernen Drehbänke aus China nicht hergeben.

Und im Regieraum steht nun der geputzte 19-Zoll-Schrank. Der muss nur noch verkabelt und bestückt werden.

Dunkelheit in Rocksdorf

In Rocksdorf ist es vergleichsweise dunkel, OK, es gibt ein paar Straßenlampen, aber wenn man ein paar Meter hinters Haus geht, ist es richtig dunkel. Heute nacht mal draußen gewesen und aus der Einfahrt über das Haus hinweg fotografiert.

Klar, wenn ich ums Eck gehe, habe ich die Sterne pur – aber so mit Haus wollte ich das schon länger mal haben….

Towel Day inRocksdorf

Der Brunnen ist seit ein paar Tagen wieder stillgelegt und am Vatertag kann ich natürlich nicht an der Baustelle weitermachen – aber Towel Day kann man feiern. Das Handtuch begleitet mich nun seit immerhin 29 Jahren auf alle meine Reisen durch das Universum – allerdings wurde es im Unterschied zu Arthur Dents Handtuch regelmäßig gewaschen – deshalb ist es mittlerweile auch grau und nicht mehr schwarz.