Archiv für den Monat: Dezember 2013

Wildlife…

Wildlife gibt’s in Rocksdorf auch. Und zwar nicht nur der blöde Bussard, der mir jeden Morgen vom Pfosten an der Straße guten Tag sagt und davonfliegt wenn ich anhalte und meine Kamera hole. Nö. Heute hatte ich die hier in der Birke im Garten sitzen:

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Hat auch nicht jeder….

Der Schatz….

…hinter dem schon der Vorbesitzer her war, ihn aber nie gefunden hat … aber dazu später: hier erstmal noch ein bisschen Beton. Mit Asphalt. In der Küche.

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Gleichzeitig haben wir im alten Zimmer den Fußboden rausgenommen – die Balken darunter haben nur noch in Spuren existiert, es ist sogar fraglich, ob noch genug für eine dentrochronologische Untersuchung übrig ist.

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Das hier ist der Kamin im Eck, von dem wir bis heute dachten, er wäre uralt – weil er nämlich mit Höhe der Zimmerdecke endet.  Der geht oben nicht weiter. Nur haben wir heute festgestellt, dass der auch unten relativ aprupt endet: nämlich auf dem Holzfußboden.

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Genau: der Kamin ist AUF den Holzfußboden gemauert. Weil das zusätzlicher Aufwand ist, hat man auch das Kaminputztürchen weggelassen – womit der Kamin einen halben Meter voll Asche ist.  Nachdem wir den Boden drunter weggerissen haben, kam die Asche gerieselt.

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Das ist auf Dauer jetzt natürlich nicht wirklich standfest – also weg mit dem Kamin. Armin darf sich wieder als Abbrucharbeiter betätigen…

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Ratatazong – weg ist der Balkon.

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Dong.

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Ei kucke an: was ist das: Ein Geheimfach hinter dem Kamin. Ganz klar: das ist erst später in die Bruchsteinmauer reingebaut worden, und dann hat man den Kamin davorgemauert um das Fach zu tarnen. Zugriff hatte man über das Ofenrohr.  Und sieh da: der „Schatz“ ist auch noch da:

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Ein verrotteter Leinenbeutel mit handverzierten Messingknöpfen. Das komische Teil da im Vordergrund hat eine Prägung „Patent BACHMANN“ – nur. Was ist das? Die Knöpfe dürften auf jeden Fall mal Teil eines Trachtenkleides gewesen sein. Einige sind auch noch an einem Leinenstreifen angenäht.  Aber warum solcher Aufwand für ein paar Knöpfe? Vermutlich wurden die im ersten Weltkrieg versteckt, um der Metall-Abgabepflicht zu entgehen. Die Knöpfe selbst können durchaus älter sein.

Noch mehr Grundmauern

Allmählich wird es albern. Jetzt haben wir den Beton im kleinen Zimmer rausgerissen und angefangen, drunter auszugraben, um die Wasserleitungen aus dem Boden zu bekommen.

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Die Wasserleitung in der Mitte ist schon mal kein Problem. Aber was ist die Grundmauer links? Vorgängerbau?

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Die Küche. Gleicher Bodenaufbau. Also raus damit. Zuerst werden die Bretter auf 30cm aufgeschnitten – und siehe da, es macht „sproing“ und die Bretter stellen sich auf. Kräftige Spannung drauf, obwohl der Boden eigentlich furztrocken ist. Wie wird das erst, wenn der mal nass wird?

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Auch hier hat sich rausgestellt: die Balken, auf die der Boden genagelt ist, haben es zum Teil schon hinter sich. Und der Asphalt stinkt gottserbärmlich.

Kuck mal, ne Wand….

… im kleinen Zimmer neben der Küche musste der Fußboden raus – eben wegen der schon gezeigten Rohre. Das stellte sich als ganz vernünftig raus, weil die Unterkonstruktion des Bodens schon gammelte.  Nachdem der Boden herausen war, stellten wir mit Schrecken fest, dass die Wand rechts AUF den Holzfußboden gemauert war.  Also: weg damit:

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Armin mit dem Abbruchhammer zu Gange. Er steht auf dem Estrich, der unterhalb von Holzboden und Sandschüttung liegt. Der Boden ist mit Asphalt gestrichen, der teuflisch stinkt. Das hängt sich sogar in die Klamotten rein. Die hatten in den 50ern schon abenteuerliche Auffassungen von Baubiologie.

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Zusammen mit Joe stemmt Armin die Wand – von der Wand.

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Futter für den Schuttcontainer. Was kommt dahinter zum Vorschein: eine zugemauerte Durchreiche ins Wohnzimmer – früher offensichtlich mal eine Durchreiche von der Rauchkuchel in den Stall – in die eine Richtung für frische Milch, in die andere Richtung für gekochtes Futter. Im Wohnzimmer ist diese Nische schon freigelegt. Hat der Vorbesitzer schon gemacht. Nur ist der beim Freilegen eben von der anderen Seite auf diese „Mauer“ gestoßen, hat ein paar Styroplatten hingebastelt und dann mit Ytong zugemauert.

Noch mehr Grundmauern…

Es nimmt kein Ende. Wo man im Schweinestall gräbt, sind auf einmal Mauern.

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zwei parallele Grundmauern. Abstand etwa zweieinhalb Meter.  Dazwischen anscheinend eine Verbindungsmauer. Das kann niemals ein Bauernhaus sein. Von der Größe her, eher eine kleine Garage. Aber mit Bruchsteinmauerwerk?

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Was man im Schutt nicht alles findet: sogar einen alten Schuh mit genagelten Sohlen…

Fenster

Das Bauernhaus wurde ja in den 80ern teilsaniert. Dabei bekam es komplett neue Fenster. Die alten Fenster sind vom Vorbesitzer damals in den Schuppen gestellt worden – und da stehen sie immer noch:

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Ein Fenster ist sogar noch komplett mitsamt den grünen Fensterläden.  Drei der Fenster sollen später bei den Innenwänden im Studio wieder eingebaut werden.  Nebenher habe ich das Dach des Schuppens abgedichtet. Da waren früher Polystyrol-Platten eingebaut, die innerhalb kürzester Zeit durch die UV-Strahlung spröde wurden und rissen.  Dann hat irgendwer weiche PE-Platten drübergekleistert. Die sind im Sommer weich und im Winter hart – und an den Rändern alles andere als dicht. Ich habe jetzt das ganze Konglomerat entfernt und UV-beständige Doppelstegplatten eingebaut. Jetzt ist es dicht und hell. Hat was.