Ölschinken mit Wabi-Sabi

Seit gestern hängen nun die ersten Bilder in Rocksdorf. Natürlich keine Fotos – Digiprints in einem Haus aus dem 17. Jhd?  Nein, natürlich ein echter Schinken in Öl. Und ja, Mineralwasser gibt’s bei mir nur noch in Glasflaschen. Schmeckt einfach besser. Und Wabi-Sabi hat nichts mit Wasabi, japanischem Meerrettich zu tun, sondern ist ein japanisches, eng mit dem dem ZEN-Buddhismus verbundenes, ästhetisches Konzept.

Zusammengefasst wird es durch den amerikanischen Autor Powell durch „Es nährt alles, was authentisch ist. Nichts bleibt, nicht ist abgeschlossen und nichts ist perfekt.“ Der Begriff Wabi-Sabi stammt aus dem 16 Jahrhundert, die Denkweise aber bereits aus dem 12. Jahrhundert. Blanker Zufall, dass Rocksdorf 18 ein ähnliches Alter hat….

Das mit dem Ölschinken ist übrigens durchaus wörtlich zu nehmen. Hier ein Detail aus dem Bild:

Das Bild stammt übrigens von einem Maler – was das nächste abgeschmackte Wortspiel ist – und zwar von Ludwig Diess, der 1909 den Malerbetrieb seines Vaters in Roding übernahm und das Geschäftsfeld um die Kirchenmalerei erweiterte. Den Betrieb gibt es heute noch und Diess wurde zum Rodinger Ehrenbürger ernannt. Mittlerweile steht es groß in der Zeitung, wenn eine Gemeinde ein Bild von Diess erwerben konnte…

Die unendliche Geschichte: Der Brunnen

Dass das mit dem Brunnen weniger ein künstlerisches als eher ein installationstechnisches Problem ist, habe ich j a schon angesprochen. Aber der Oberpfälzer weiß sich zu helfen:

Der Wasserverlust ist minimiert und auch der Wind macht nur noch selten Probleme. An der Ästhetik kann man ja noch feilen. Andererseits gibt das schlichte Industriedesign, das die Linien der Lyra bricht, dem Ganzen auch so eine Art rebellischen Charakter.  Wenn’s heiß ist, sitzen jetzt auf jeden Fall die Kinder aus der Nachbarschaft am Brunnenrand und lassen die Füße ins Wasser hängen. Was will man mehr.

Auch beim Abriss geht es voran, die Bodenplatte des Rübenkellers ist entfernt und unter der Bodenplatte ist natürlich allerlei aufgetaucht. Ein leichter Stoffschuh aus den 30ern, Reste von Fliesen eines Kachelofens in bordeauxrot, Reste von Bodenfliesen (Solnhofener Platten, also exakt das, was ich wieder reingebaut habe), ein halber Schubkarrenreifen, diverse Metallteile und vor allem die Steine, die sie in den 50ern am Küchenfenster rausgebrochen haben um das Fenster zu vergrößern. Das hier ist nur ein Bruchteil davon:

Und ein weiteres Rätsel hat sich gelöst: In der Küche haben wir ja sehr seltsame Balkenlöcher und eingemauerte Bögen auf Bodenniveau gefunden.  Und trotz dass wir fast einen halben Meter in die Tiefe gegangen sind, haben wir zwar dickere Mauern gefunden, aber sind nicht unters Fundament gekommen. Dazu kam noch, dass wir nicht bis zum Sandboden durchgekommen sind. Beim Ausheben des Brunnens und auch der Fernwärmeleitung kam der Sandboden sehr früh zum Vorschein – im alten Bereich des Hauses nicht.  Die Theorie war lange, dass das Haus im Mittelalter eine Art Turnhaus war, wie man sie früher gebaut hat um einzelne Landgüter zu verteidigen. „Burg“ wäre da zu viel gesagt – aber im Vergleich zu den Holzhütten der Bauern waren diese Turmhäuser durchaus gegen ein paar herumziehende Strauchdiebe zu halten. Und siehe da, da stelle ich heute fest, dass es in Rocksdorf mal eine Burg gab – deren Überreste man nie gefunden hat. Na – im Bild oben sieht man die Überrreste….

Tabula rasa

Es hat jetzt doch länger gedauert, als gedacht. Kommt vor. Zum Beispiel dieser Sturz über der großen Öffnung. Das ist ein mit fünf soliden Armiereisen stabilisierter Betonklotz. Hat einen ziemlichen Rumms getan, als der runterkam – aber dem Betonklotz ist nichts passiert. Selbst mit dem Abbruchhammer steht man dann eine Stunde dran, um das Teil in Containergerechte Stücke zu zerlegen.

Ach ja, wer sich wundert, warum ich mir das antue und den Schuppen abreiße:

Das hier ist keine moderne Kunst, sondern einer der Deckenbalken. Sahen nicht alle so aus, aber halt doch ein paar zu viel.

Und hier waren dann beide Türstürze entfernt und zerkleinert

Die Wand links habe ich übrigens nur mit einem Stemmeisen eingeworfen. Stabil geht anders. In den Höhlungen der Steine waren Spinnennetze mit richtig großen Spinnen drin – und jede Menge Hundertfüßer – und Ameisennester. Spricht nicht wirklich dafür, dass die Mauer noch sehr stabil war.

Und weg. Freie Sicht zum Schuppen.

Hier sieht man noch die Balkenlöcher, in denen die Dackenbalken gelagert waren. Müssen noch abgedichtet und zugeputzt werden – und zwar so, dass sich da nicht wieder Ungeziefer drin einnistet.  Für den weißen Verputz habe ich noch keine Lösung. Der geht nämlich vom alten Plastik-Verputz nicht mehr vernünftig ab. Zwei Alternativen: Lassen und streichen – und warten bis er von selber abfällt – oder mitsamt dem Plasteputz runtermachen.  Ich bin noch unschlüssig….

Na, bis dahin lasse ich mir noch eine Lösung für meine Gartentür einfallen….